Startseite zum Kontaktformular Telefon zum Menü

Einsatzbericht



25 - Mo, 18.05.2026 - ABC 1: Erkundung Gefahrstoff-Austritt, Hauptstraße
Technische Hilfe Gefahrgut (ohne Ölspur)

Datum Mo, 18.05.2026
Einsatzzeit 12:23 Uhr
Einsatzdauer 01:57 Std.
Fahrzeuge March: Einsatzleitwagen ELW1 (March 11)
March: Löschfahrzeug LF 16/12 (March 44)


Gefahrstoff-Vorfall in NETTO-Markt

Im NETTO-Discountmarkt in der Hauptstraße, waren Beschäftigte im angrenzenden Leergutlager mit Arbeiten an der Leergut-Sortiermaschine beschäftigt. Dort werden Leergutartikel aus Glas bzw. Hart-Plastik von Flaschen aus (weichem) Kunststoff bzw. Leichtmetall-Dosen getrennt. Die weichen Flaschen und Leichtmetalldosen werden dabei gepresst und zum Teil zerkleinert.
Plötzlich stellten die Beschäftigten einen stechenden Benzin-Geruch im Leergutlager fest, ohne dabei die Herkunft des Gestanks eingrenzen zu können. Die Beschäftigten mieden daraufhin das Lager und wählten den Notruf der Feuerwehr. Für diese wurde ein Arbeitsalarm ausgelöst.

Der zuerst eingetroffene Einsatzleiter erkundete zunächst die Umstände im Gebäude, in dem der NETTO-Markt untergebracht ist. Im Bereich des Leergutlagers roch es verdächtig stark nach Benzin-Dämpfen, aber die genaue Herkunft konnte noch nicht klar eingegrenzt werden. Doch eine Akut-Gefährdung durch den Geruch konnte zunächst ausgeschlossen werden, so dass der Betrieb nicht unterbrochen und das Gebäude nicht geräumt werden musste. Es wurde vermutet, dass von einer noch unbekannten Quelle Benzol-Dampf in geringer, aber doch signifikanter, Menge ausgetreten sein musste. Die Herkunft müsse auf jeden Fall so exakt wie möglich bestimmt und eingegrenzt werden.
Daraufhin forderte der Einsatzleiter eine CBRN-Erkundungseinheit zur Einsatzstelle nach -- CBRN steht für chemische, biologische, radioaktive bzw. nukleare Stoffe. Die für March zuständige CBRN-Erkundungseinheit ist in Ihringen stationiert, von wo aus ein vierköpfiger Spezialtrupp mit Sondersignal anrückte. Diese gingen kurz darauf mit Spezialmessgeräten unter Atemschutz in das Leergutlager vor und konnten die Herkunft des Geruchs recht schnell auf den Leergut-Abfallcontainer eingrenzen, der direkt an der Sortiermaschine stand. Dieser Container wurde geborgen, ins Freie transportiert und erneut engmaschig ausgemessen; von diesem Container ging auch ein deutlicher Benzol-Geruch aus.
In der Zwischenzeit wurde das Leergutlager von der Feuerwehr mit einem Hochleistungslüfter belüftet, wodurch sich die Luftqualität dort schnell und deutlich verbesserte, während aus dem geborgenen Container noch immer die Geruchsbelästigung ausging.

Die Gefahrstoff-Messung ergab einen deutlich erhöhten Benzol- sowie Essigsäure-Wert. Damit lag die Vermutung auf der Hand, dass jemand eine Pfandflasche in den Leergutautomaten gab, die zuvor mit Benzin oder einem ähnlichem Gemisch befüllt und bei der Pfanddrückgabe nicht vollständig entleert war. Die restliche Benzol-Menge der Flasche ist vermutlich beim Verpressen ausgetreten und hat sich im Abfallcontainer verteilt. Dies hat dann wohl den stechenden Geruch im Leergutlager ausgelöst. Nach dieser Erkenntnis konnten die Einsatzmaßnahmen abgebrochen werden. Den Nettomarkt-Beschäftigten wurde dieser Umstand mitgeteilt und empfohlen, den Container besonders zu behandeln und zu separieren. Danach sei definitiv keine Gefahr mehr zu erwarten.

Die Feuerwehr war mit insgesamt 15 Kräften und drei Fahrzeugen vor Ort, die Polizei mit einer Streife; diese gab die relevanten Fakten zu Protokoll. Es wurden keine Personen verletzt, Sachschaden ist nicht entstanden. Die Feuerwehr baute den Einsatz so auf, dass der Marktbetrieb nahezu ungestört fortgesetzt werden konnte. Es bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Markt-Kunden oder -Beschäftigten.